Terminkalender

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Im Jahr 1810 wurde die Musikkapelle Arzl gegründet. Unterstützt wurde die Gründung durch die Umstände der damaligen Zeit: so waren es die Tiroler Freiheitskämpfe, die unserem Dorf zu einer Musikkapelle verhalfen. Unter den bayerischen Besatzungssoldaten gab es einen Musikmeister, der sich dazu berufen fand, das musikalische Talent der Einheimischen zu fördern. Prompt suchte er beim bayerischen König Maximilian Josef I. um die Gründung einer Blasmusikkapelle an. Diesem Antrag soll der König nicht nur zugestimmt, sonder sich sogar dazu bereit erklärt haben, die nötigen Instrumente zu spenden.

Schließlich war es Franz Moll (Uelese), der sich als erster Kapellmeister von Arzl den schwierigen Aufgaben stellte, die die Gründung einer Musikkapelle mit sich bringen. Seine Bemühungen wurden belohnt, denn bereits im Jahr 1838 konnte die Musikkapelle Arzl die stattliche Zahl von rund 40 Mitgliedern aufweisen. Etliche Musikanten aus Arzl hatten zuvor in der Militärmusik gedient und waren nun wertvolle Stützen der jungen Kapelle. Bis 1857 musizierten Arzler und Walder gemeinsam in einer Musikkapelle.

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Das älteste Fote der Musikkapelle Arzl, aufgenommen um 1890. Kapellmeister war Alois Moll.

Auch beim Kaiserbesuch in Imst 1883 war die Musikkapelle Arzl ausgerückt und begeisterte nach alten Berichten mit ihrem Können und schneidigen Auftreten; manche wussten sogar zu erzählen, dass sich beim Spielen des Radetzkymarsches der Märtel von den Hausmauern löste.

1909, beim Gedenkumzug an den Tiroler Freiheitskampf vor 100 Jahren, marschierte die Arzler Musik selbstverständlich mit. Dabei war sie eine der wenigen, die sich bereits in einer einheitlichen Tracht präsentieren konnte. Natürlich waren die Arzler Musikanten auch bei der 150-Jahr-Feier mit dabei.

Auch die Zeit des Ersten Weltkrieges überdauerte die Musikkapelle. Kaum hatten sich die Menschen von dem Leid und den Strapazen des Ersten Weltkrieges erholt, brach der Zweite Weltkrieg aus und wieder mussten viele der Musikanten in den Krieg einrücken. Dennoch versuchten jene Musiker, die nicht eingezogen wurden, die musikalischen Traditionen aufrecht zu halten und bei Prozessionen und Begräbnissen auszurücken.

Doch die Zeiten waren schlecht, es gab kaum Gelegenheit zum Feiern und damit jahrelang auch sehr wenig Musik. In den 1950er-Jahren unternahmen die Musikanten, ausgelöst durch die Entstehung des Fremdenverkehrs, erstmals Auslandsfahrten nach Deutschland. Aber vor allem zum Schützenverein Herzkamp (Wuppertal) entstand eine enge freundschaftliche Beziehung, die bis heute gepflegt wird. Seit 1959 war die Musikkapelle Arzl bereits mehr als zehn Mal an der musikalischen Umrahmung des Schützenfests in Herzkamp beteiligt. Und etliche Male reisten die Schützen aus Herzkamp nach Arzl, um die Freundschaft der Vereine zu fördern.

Auch beim Singeslerlaufen 1954 und 1957 durfte die Musikkapelle nicht fehlen und drei Jahre später machten sie, zum 150-jährigen Bestandsjubiläum, mit einem Waldfest am "Emliboden" auf sich aufmerksam. Dieses wurde zu einer jährlichen Tradition und fand immer am ersten Sonntag im August statt. Bereits 1963 spielte die Musikkapelle unter Kapellmeister Franz Gabl (der später zum Ehrenkapellmeister ernannt wurde) ein Muttertagskonzert im Gasthof Post.

Ab 1968 wurden Aufzeichnungen vom Vereinsausschuss geführt und seit 1970 werden Mitgliederlisten geführt.

In den 1970er-Jahren war der Terminkalender der Arzler Musikanten vollgepackt. Unter anderem spielte die Musikkapelle Platzkonzerte, beim Zeltfest der Feuerwehr, beim Trachtenumzug, beim Landesmusikfest in Innsbruck und umrahmten einen Blumenschmuckwettbewerb. Der Bau des "alten" Musikpavillons begann 1976 und dauerte sieben Jahre; bis 1983 die Einweihung gebührend gefeiert werden konnte. Bereits zwei Jahre später gab es wieder einen Grund zum Feiern: Das 175-jährige Bestehen der Kapelle war der Anlass für ein großes Zeltfest, wobei vielbeachtet Konzerte der Nachbarkapellen Imsterberg, Wald und Roppen sowie der Polizeimusik Innsbruck stattfanden. In den folgenden Jahren gab es wiederum einige interessante Veranstaltungen, die von der Musikkapelle Arzl organisiert oder umrahmt wurden; unter anderem das Singeslerlaufen, das Landesblasmusiktreffen, die erstmalige Veranstaltung eines Maskenballs, eine Marschbewertung und das Priesterjubiläum von Pfarrer Consiliarius Paul Kathrein.

Die Arzler Musik und Arzler Musikanten wurden vielfach geehrt und ausgezeichnet. 1989 konnte man sich erstmals über das Jungmusikerleistungsabzeichen in Gold freuen, das Michael Duregger erspielte. Die 1990er-Jahre sind gekennzeichnet von erfolgreichen Wertungsspielen, Marschbewertungen - so mit ausgezeichnetem Erfolg in Mils - und der Ausrichtung des Bezirksmusikfestes im Rahmen eines Zeltfests. Zudem Konzerte und Ausrückungen anlässlich verschiedenster Feierlichkeiten. 1995 wurde das Jubiläum "185 Jahre Musikkapelle Arzl" mit einem dreitägigen Pavillonfest begangen.  Im Jahr 1997, als die Musikkapelle Wald das Bezirksmusikfest veranstaltete, gab es auch eine Live-Übertragung der Radiosendung "Mit Musik ins Wochenende", bei der die Musikkapelle Arzl vier Märsche und zwei Polkas spielte. Im selben Jahr nahm auch eine Abordnung der Kapelle am Landesmusikfest in Innsbruck teil. 1998 gab es die Aufnahme der "Jubiläums-Polka" von Florian Pranger auf der CD "So klingt's zwischen Fernpass & Wildspitz"; ein Projekt der Kapellen des Musikbezirkes Imst. Im Jahr 1999 fand das traditionelle Frühjahrskonzert am Ostersonntag erstmals im Turnsaal bei der Feuerwehrhalle statt.

Das neue Jahrtausend wurde mit dem Jubiläumsjahr "190 Jahre Musikkapelle Arzl" eingeläutet. Zu diesem Anlass wurde das Frühjahrskonzert am Ostersonntag mit einer Dia-Schau über die Geschichte der Kapelle umrahmt. Auch wurde im gleichen Jahr, nach langjähriger Pause, das "Waldfest" am "Emliboden" wieder einmal veranstaltet. Dies sollte gleichzeitig das letzte Mal sein, da auf dieser Fläche nun das Arzler Gewerbegebiet entstand.

Die folgenden Jahre waren, wie gewöhnlich, mit vielen schönen Festen und Ausrückungen gespickt. So unternahm die Kapelle beispielsweise eine Konzertreise nach Öfligen (Südschwarzwald) zum Rettichfest, spielte beim Erntedankfest in Imst, war bei einigen Sportlerehrungen und - Empfängen dabei, marschierte beim Trachtenfest in Längenfeld mit und nahm beim Landeswertungsspiel in Innsbruck teil.

2002 haben die Freiwillige Feuerwehr Arzl und die Musikkapelle beschlossen, das Kirchtagsfest gemeinsam zu veranstalten. Diese Festpartnerschaft ist bis heute eine Erfolgsgeschichte. 2004 wurde die Herz-Jesu-Wanderung eingeführt und von der Bevölkerung sehr positiv aufgenommen, wird jedoch leider ständig von etwas schlechtem Wetter verfolgt. Seit Herbst 2007 steht die MK Arzl in einer neuen Leitung: einmal Toni Haßlwanter als Kapellmeister und einmal Daniel Neururer als Obmann.

Das Jahr 2008 sollte wieder ein ganz besonderes Jahr für die Musikkapelle Arzl werden. In diesem Jahr wurden ein neues Probelokal und ein neuer Musikpavillon gebaut. Am 17. Oktober lud die Musikkapelle alle "Bausteinspender" zu einer Besichtigung der neuen Einrichtungen ein. Ende Oktober 2008 übersiedelten die Musikanten schließlich vom "alten" Pavillon mit Probelokal in die neuen Räumlichkeiten im Mehrzweckgebäude in der "Gruabe Arena". In diesem Jahr wurde auch erstmals mit der Sängerrunde Arzl die Cäciliamesse gemeinsam gestaltet.

2009: Erstes und bisher einziges Konzert des Jugendblasorchesters der MK Arzl. Einweihungsfeier der „Gruabe Arena“ mit u.a. dem neuem Pavillon und dem neuen Probelokal. Der Zapfenstreich zusammen mit der MK Mils beim Bataillonsschützenfest in Arzl wurde zu einem beeindruckenden musikalischen Erlebnis. Die Militärmusik Tirol hielt ihr Bezirkskonzert beim Pavillon Arzl ab. In Jerzens fand das erste Pitztaler Blasmusikfest mit Beteiligung aller Musikkapellen des Tales statt. Fototermin zum Jubiläumsjahr 2010

2010: Jubiläumsjahr „200 Jahre MK Arzl“. Rekord beim Maskenball mit über 300 Eintritten. Besuch beim Gauderfest in Zell am Ziller. Fotoausstellung zum Geschichte der MK Arzl im Gemeindesaal. Eine außergewöhnliche und „moderne“ Festschrift zum Jubiläumsjahr wurde in Zusammenarbeit mit Dr. Klaus Bernhard gestaltet. Das Bezirksmusikfest und gleichzeitig das Fest „200 Jahre MK Arzl“ wurde zu einem vollen Erfolg, u.a. „die Pfundskerle“, die Altherren mit ihrer „Playbackshow“, die Stadtmusikkapelle Imst, die Pater Haspinger Musikkapelle sowie der freie Eintritt sorgten Freitag und Samstag für ein randvolles Zelt, am Sonntag war dann das eigentliche Bezirksmusikfest. Die MK Arzl hatte auch einen Gastauftritt beim Waldfest in Haiming. Im Herbst wurde die Jugendblasorchesterwoche des Musikbezirkes Imst in Arzl veranstaltet.

2011: Musikobmann Daniel Neururer wird auch zum Obmann des Musikbezirkes Imst gewählt. Bei der Arzler Fasnacht („Singeslerlauf“ und „Hexemuater au´wecke“) war die Musikkapelle wieder mit einem Fasnachtswagen (Thema: „Wohn- und Pflegezentrum Pitztal“) dabei. Mit 48 Musikanten und Musikantinnen spielte man eines der bestbesetztesten Oster-(Frühjahrs-)Konzerte in der Geschichte. Beim Bezirkswertungsspiel in Arzl erreichte die MK Arzl die hervorragende Punktezahl von 85,42 in der Stufe C. Ein trauriges Ereignis: Altmusikant Herbert Stoll wurde zu Grabe getragen. Die Polizeimusik Tirol spielte vor einer vollbesetzten „Gruabe Arena“ ein Platzkonzert. Zum Abschluss der Saison fuhr man als „Musiausflug“ mit dem „Bummelzug“ zur Brauerei Starkenberg.

2012: Fand der erste Pitztaler Kulturabend des TVB Pitztal im Rahmen eines Platzkonzertes statt. Kleinere Gruppen wie die „Stuawandmusig“ und das „Weißwurstquartett“ fangen an sich zu formieren. Im Herbst besuchte man im Rahmen eines Ausfluges die Pater Haspinger Musikkapelle St. Martin in Gsies/Südtirol, welche bei uns beim BMF 2010 zu Gast war.

2013: Altmusikant und Altobmann Manfred Dobler wurde zu seiner letzten Ruhestätte begleitet, er war 7 Jahre lang Obmann der MK Arzl. Kpm. Haßlwanter Toni und seine Manuela feierten ihre kirchliche Hochzeit. Im November wurde das Pflegezentrum Pitztal in Arzl feierlich eingeweiht.

2014: Die Fahrt zum Marlies-Schild-Empfang in Maria Alm (Salzburg) wurde zu einem „kleinen“ Musikausflug. Für das Jubiläumsjahr 2015 wurde wieder von einem professionellen Fotografen ein Gemeinschaftsfoto gemacht. Das Musikantenpärchen Werner (Tubist) und Cornelia (Saxophon) Santeler schlossen „den Bund fürs Leben“, wozu die MK Arzl mit einem Ständchen gratulierte. Das alte Pavillon in Arzl-Oberdorf wird abgetragen.

2015: Musste man Altmusikant Wolfgang Wohlfarter zu Grabe tragen. Es fand nach 4 Jahren wieder eine Arzler Fasnacht statt, wo die MK Arzl auch mit einem Fasnachtswagen in Form eines Schapsfässchens beteiligt war. Zum 80sten Geburtstag von unserem großen Förderer Josef Fender spielte man diesem ein Ständchen. Musikant Georg Fortmüller machte bei der Fernsehsendung "Bauer-sucht-Frau" auf ATV mit und auch die MK Arzl hatte dabei einige größere und kleinere Auftritte im TV. Beim Bezirkswertungsspiel errichten wir einen guten 2. Platz (Silbermedaille) in der Stufe C und das Trompetenregister wurde als bestes Register dieser Stufe ausgezeichnet. Das Musikjahr ging mit einem sehr schönen Ausflug nach Klöch in die Steiermark zu Ende. Dort spielte die MK Arzl am Klöchberger Weinfest dem "Ga`Weint gehn" ein vielbeachtetes Konzert. Im September wurden Neuwahlen durchgeführt, wobei Daniel Neururer nach 8 Jahren sein Amt zurückgelegt hat und Egon Pinzger als Obmann neugewählt wurde. Als Kapellmeister ist weiterhin Toni Haßlwanter tätig.

Im Herbst, wenn ein altes Musikjahr endet und ein neues beginnt, nützt man immer wieder die Zeit, um das Geschehene Revue passieren zu lassen. Fixpunkte eines jeden Jahres stellten die Kranzniederlegung beim Kriegerdenkmal, die Cäciliamesse, das Weihnachts- und Silvesterblasen, der Maskenball, das Osterkonzert, Erstkommunion und Florianimesse, die Fronleichnamsprozession, die Herz-Jesu-Wanderung, das Bezirksmusikfest, das Kirchtagsfest und etliche Platzkonzerte dar. Nicht zu vergessen sind auch das "Arzler Singeslerlaufen", Namens- und Geburtstagsständchen, Hochzeiten, Ehrungen und Empfänge und sonstige, außerordentliche Veranstaltungen.

Neben all diesen Terminen, unternimmt die Musikkapelle auch Konzertreisen und Ausflüge. Diese fördern die Kameradschaft ungemein und haben die Musikanten schon weit herumgebracht. So ging es beispielsweise ins Zillertal, in die Wachau, nach Wuppertal, zum Achensee, in die Steiermark, an den Wolfgangsee, ins Stubaital, nach Frankfurt, Kufstein, Salzburg, Bozen, Ahrweiler, Wien, Unterpoingen, Hamm, Öflingen, Eggenburg, Rosenheim, St. Etienne und nach St. Martin in Gsies/Südtirol.

 

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Gruppenbild 2010 anlässlich der 200 Jahr Feier der Musikkapelle Arzl

 

 

 

Text: Sabrina Gabl, aktualisiert von Daniel Neururer

Quelle: Franz Gabl "Geschichtliches", Beitrag in der Festschrift 175 Jahre Musikkapelle Arzl im Pitztal, Arzl, 1985;

Hans Rimml, Chronik der Musikkapelle Arzl im Pitztal.

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